Naikan Erfahrungen
Naikan ist eine stille, innere Praxis. Was sie bewirkt, zeigt sich oft nicht sofort – sondern entfaltet sich im Erleben.
Die folgenden Erfahrungsberichte geben persönliche Einblicke in individuelle Naikan-Prozesse. Sie sind keine Bewertungen und keine Versprechen, sondern Momentaufnahmen innerer Wege. Jede Erfahrung ist einzigartig und wird von jedem Menschen anders erlebt.
Naikan Erfahrungsbericht
Das 1. Mal von Naikan habe ich etwa vor einem Jahr gehört. Als Herr B. mir davon erzählte, wirkte er auf mich absolut glücklich und ausgeglichen. Ich wurde also neugierig und fing an, mich damit zu beschäftigen. Trotz der Recherche im Internet und dem Lesen eines Naikan-Buches konnte ich mir darunter wenig vorstellen. Also meldete ich mich hierfür an. Wenn ich ehrlich bin, kam ich ohne jegliche Erwartungen hier her.
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Die Regeln wirkten auf mich zunächst etwas seltsam. Auch die Vorstellung, dass drei simple Fragen etwas bewirken sollen, fand ich fraglich. Die ersten drei Tage waren anstrengend. Ich konnte kaum die Stille im Außen ertragen, noch den Lärm in meinem Kopf. Meine Gedanken wirbelten umher, nur um dann an den negativen Aspekten in meinem Leben hängen zu bleiben. Es ist so viel einfacher, den Fokus auf das Negative zu legen.
Erst am 4. Tag schaffte ich es endlich, das erste Mal tiefe Dankbarkeit zu empfinden, da die Fragen darauf beruhen, den Fokus auf die Dinge zu legen, die diese Person für einen gemacht hat.
Erst hier habe ich bemerkt, mit welcher Selbstverständlichkeit ich meine Eltern betrachte.
Besonders getroffen hat mich die Frage, wer mich besuchen kommen würde, wenn ich Jahre in einer Klinik verbringen würde, ohne wirklichen Nutzen für die Gesellschaft – meine Familie.
Dass sie die Grundpfeiler meines Selbstwerts bilden, war mir so auch noch nicht bewusst.
Ich bin ausgesprochen dankbar und voller Demut, dass ich diese Erfahrung bereits in jungen Jahren erleben durfte.
Mal abgesehen von der tief gehenden und bereichernden Erfahrung, war das Essen absolut perfekt. Vielen Dank auch dafür.
Mir ist bewusst, dass dies ein stetiger Prozess ist, weswegen ich nochmal kommen werde.
Erfahrungsbericht einer Naikan-Teilnehmerin
März 2025, Naikanhaus Burgenland
Wie die Naikan Woche für mich war ♡
Am ersten Tag war es eine große Umstellung für mich. Allein zu sein, keine Gespräche zu führen, nicht zu wissen wie spät es ist … Zu Beginn kamen mir noch schwer Erinnerungen und meine Gedanken schweiften auch noch sehr ab. Am Abend war ich sehr müde.
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Doch ich glaube ab Sonntag hat sich mein Körper schon mehr an den Ablauf, die Ruhe und die Innenschau gewöhnt.
Mir kamen immer leichter Erinnerungen aus meinem Leben und von Tag zu Tag wurde mir immer mehr bewusst, wie liebevoll ich eigentlich immer umsorgt wurde. Vor allem bei meinem Vater sah ich zum ersten Mal bewusst die Dinge, die er mein Leben lang schon für mich gemacht hat. Ich habe ihn bis jetzt eigentlich immer als „schlechten“ Vater gesehen, doch diese Woche hat mir das Gegenteil gezeigt.
Mir wurde bewusst, dass ich auch schon als Kind für andere da war und ihnen auch eine Freude bereitet habe.
Gleichzeitig habe ich erkannt, dass ich auch Menschen Schwierigkeiten bereitet habe. Ich war immer der Ansicht, dass mein Papa und Bruder in der Kindheit sehr gemein zu mir waren. Heute kann ich ihr Handeln aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ich weiß, dass ich meinen Bruder sehr oft geärgert habe und vor Mama und Papa gelogen habe.
Nach dieser Woche habe ich erkannt, in welchen Bereichen ich anderen Menschen Schwierigkeiten bereite. Da ich mir dessen bewusst bin, kann ich sie für mich ändern.
Naikan hat mir einen anderen Blickwinkel über mein Leben gezeigt. Eingeprägte Erinnerungen wurden mir bewusst gemacht, ich konnte sie unter einem anderen Licht beleuchten.
Ich möchte Naikan im täglichen Leben fortführen und mir jeden Abend bewusst Zeit nehmen um zu reflektieren. So kann ich lernen, besser mit meinen Emotionen umzugehen und das Verhalten anderer Menschen besser nachzuvollziehen.
Die Woche hat mir gezeigt, dass ich bedingungslos geliebt werde von meiner Familie und meinen Freunden. Ich möchte für jeden von ihnen einen Brief schreiben mit all den Erkenntnissen, die ich ihnen gegenüber gemacht habe und für all das bedanken, was sie für mich gemacht haben.
Ich habe auch gemerkt, wie wichtig es ist, sich bewusst Zeit zu nehmen um bei sich selbst anzukommen und sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Die Zeit ohne Handy, ohne Medien hat mir sehr gut getan um in Stille bei mir wieder anzukommen.
Ich bin mir selbst dankbar, dass ich diesen Weg für mich eingeschlagen habe und weiß jetzt schon, dass Naikan mir noch mehr Beitrag ist, als mir momentan bewusst ist.
Danke an die liebevolle Begleitung in dieser Zeit, für euer Zuhören, da sein und den Raum den ich zur Verfügung hatte.
Danke auch an das gute Essen, das mir bei meinen Emotionen immer Beitrag war und auch so liebevoll zubereitet wurde.
Ich fühl mich gerade viel klarer im Kopf mit meinen Gedanken und freue mich über die ganzen Erkenntnisse, die ich einsammeln durfte. Durch diese Woche bin ich wieder ein Stück über mich hinausgewachsen!
DANKE, für diese Zeit 🙂
Erfahrungsbericht einer Naikan-Teilnehmerin
November 2022, Naikanhaus Burgenland
Die Erfahrungsberichte zeigen, wie Naikan erlebt werden kann. Doch was man im Naikan wahrnimmt und mitnimmt, ist individuell – erst durch die eigene Praxis wird erfahrbar, was Naikan einen schenkt.
Wenn du dich angesprochen fühlst oder Neugier in dir entsteht, lohnt es sich, diesem Impuls zu folgen und Naikan selbst kennenzulernen.
